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Spiegel: Studienkredite - Wie ein Student sich arm studierte PDF Drucken E-Mail
Von Nicole Geelhaar


Für Thorsten S. wurde sein Studiendarlehen zum Alptraum. Er nahm zu viel Geld auf, lebte zu sorglos und dann scheiterte er an der Uni. Jetzt hat er einen Billig-Job, 20.000 Euro Schulden und wenig Hoffnung. Ein Lehrbeispiel über die Risiken eines Studentenlebens auf Pump.

Thorsten S.* sitzt auf seinem Sofa und schaut auf seinen Kontoauszug. Wie jeden Monat findet er dort eine Abbuchung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), gut 50 Euro sind mal wieder fällig. Bis zum Herbst 2009 wurde der Betrag noch direkt von seinem üppigen Studienkredit abgezogen. Dann platzte Thorstens Traum vom Maschinenbau-Studium jäh, der bislang bequeme Geldfluss versiegte - und übrig blieb ein großer Haufen Schulden.

kfwSein Wunsch war es zu studieren, damit er später einen guten Job bekommt, sagt Thorsten, und dass er das Geld von der Bank gebraucht habe. "Ich habe den Kredit aufgenommen, weil mich meine Eltern finanziell nicht unterstützen konnten." Seine Eltern haben nicht viel und mussten auch noch seine zwei jüngeren Geschwister unterstützen. Sie verdienten aber immer noch zu viel, als dass Thorsten Bafög bekommen hätte. "Ich wollte neben meinem Studium arbeiten, allerdings war es nicht möglich, mir meinen kompletten Lebensunterhalt damit zu finanzieren", sagt der Ex-Student.
Also nahm er das Geld bei der staatlichen Förderbank KfW auf, 650 Euro im Monat, vorgesehen für etwa fünf Jahre Diplom-Studium. Er war optimistisch und traute sich was. Er dachte, es wäre kein Problem das geliehene Geld nach seinem Studium zurückzuzahlen. Doch dann kam alles anders. Er verbockte eine entscheidende Prüfung und musste nach dem fünften Semester abbrechen.

Ingenieure sind begehrt und gut bezahlt, darauf setzte Thorsten

Selten ist das nicht. Auch wenn der Anteil der Studenten, die einen Kredit aufnehmen, bislang nur bei fünf Prozent liegt, hat sich der Anteil seit 2006 verdoppelt. Damals führten die ersten Bundesländer Studiengebühren ein und empfehlen seitdem Kredite als klugen Weg, ein Studium zu finanzieren.

90.700 Studienkredite haben KfW und die Deutschen Bank in den vergangenen vier Jahren vergeben. KfW-Kunden sind vor allem Studienanfänger. "Ihnen ermöglicht der Studienkredit vermutlich häufig erst die Aufnahme eines Studiums", sagt Jana Hentschel-Giesa von der bundeseigenen Förderbank. Weil die Zahl der Studienanfänger derzeit steigt, verzeichne das Institut "ein großes Interesse an dem Angebot".

Thorsten setzte darauf, dass Ingenieure heißbegehrt und gutbezahlt sind. Auf das Studium konzentrieren, anstatt nebenher zu arbeiten, und später zurückzuzahlen - das kann doch kein Problem sein, dachte der Student.

Und so sind die Kredite ja gedacht. Frauke Plaß von der Deutschen Kreditbank sagt: "Gerade wenn mit der Aufnahme eines Studienkredits der Abschluss schneller erreicht werden kann, da der Kunde mehr Zeit in das Studium investieren kann und keiner Nebentätigkeit nachgehen muss, ist eine Finanzierung durchaus sinnvoll."

Abbrechen ist ärgerlich - und mit 20.000 Euro Schulden ein großes Problem

Thorsten S. ist gelernter Industriemechaniker, aber er wollte mit dem Ingenieur-Studium noch eins drauf setzen. Doch die Anforderungen, die das Studium voller Physik und Mathe stellt, hatte er falsch eingeschätzt. "Ich hatte zum Schluss einfach viel zu viele Prüfungen auf einmal, da ich in den ersten Semestern zu viel aufgeschoben habe", sagt er. Ein Abbruch ist immer ärgerlich, eine Niederlage - aber mit 20.000 Euro Schulden wird er zu einem großen Problem.

Das Deutsche Studentenwerk, das sich als Anwalt der Studenten versteht, warnt davor, ein Studium ausschließlich mit einem Kredit zu finanzieren. "Die Verschuldungsgefahr ist einfach zu groß", sagt Studentenwerks-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde.

Thorsten plagen jetzt große Selbstzweifel. Hätte er doch auf die eine oder andere Vorlesung verzichten sollen, um Geld zu verdienen, wie andere Studenten auch? Oder hätte er doch sparsamer leben können? "Anstelle eines WG-Zimmers hätte ich mir lieber ein Zimmer im Studentenwohnheim genommen. Vielleicht hätte ich auch auf einige Kinobesuche oder Abende in Cocktailbars mit meinen Freunden verzichten sollen." Aber Freunde treffen, sich eine Wohnung mit ander

en teilen - war das nicht das Studentenleben, ist das denn zu viel verlangt.

Großer Kredit, große Last: Läuft es schlecht, zahlt Thorsten bis er 52 ist

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Thorstens Probleme sind jetzt besonders groß, weil auch sein Kredit es war. Meyer auf der Heyde vom Studentenwerk warnt darum vor zu hohen monatlichen Geldbeträgen: "Es besteht die Gefahr eines Schuldenbergs, vor dem die Absolventen stehen oder gar eine Privatinsolvenz", und das in einer entscheidenden Lebensphase, "als Twen in der Existenz- oder Familiengründung".

Ärger und Wut über sich selbst sind jetzt schon groß, doch richtig heftig wird es für Thorsten, wenn er erst anfangen muss, den Schuldenberg zu tilgen, also bei der KfW abzubezahlen. 23 Monate nach Studienende, egal ob summa cum laude oder völlig ohne einen verwertbaren Abschluss wie bei Thorsten, endet die tilgungsfreie Zeit.

Dann schickt ihm die KfW, an die er jetzt schon gut 50 Euro im Monat Zinsen zahlt, einen Tilgungsplan über zehn Jahre. Liegen die Raten für ihn zu hoch, können kleinere Beträge vereinbart werden, nur länger als 25 Jahre darf die Rückzahlung nicht dauern. Dann wäre er 52 Jahre alt, wenn er die letzte Rate für sein abgebrochenes Studium von fünf Semestern überweist.

23 Monate bis zum Tilgungsstart - manche Banken sind da weniger kulant

Als Industriemechaniker schrieb er direkt nach seiner Studien-Pleite 30 Bewerbungen - doch eine Stelle bekam er im ausgehenden Krisenjahr 2009 nicht. Inzwischen hat er immerhin einen Job und arbeitet jetzt als Aushilfe in einem Schnell-Restaurant. Die Zukunft plant er damit nicht, denn mit derzeit 800 Euro netto werde es schon schwierig, alleine die laufenden Kosten und den Kredit zu bezahlen - von der anstehenden Tilgung der 20.000-Euro-Schuld ganz zu schweigen.

Dass die Tilgung noch bs zum Sommer 2011 warten kann, ist Thorstens Glück. Bei anderen Banken wie der Deutschen Bank oder der DKB beginnt die Rückzahlung spätestens nach zwölf Monaten, egal ob das Studium erfolgreich abgeschlossen wurde oder nicht. Die Banken sagen beide, sie bemühten sich im Falle von Schwierigkeiten bei der Rückzahlung des Kredits eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.

Und was, wenn am Ende der Karenzzeit gar nichts für die Bank zu holen ist? Jana Hentschel-Giesa von der KfW sagt: "Befindet sich der Darlehensnehmer nach Ablauf der Karenzphase vorübergehend in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten, so kann er unter Darlegung und Glaubhaftmachung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse die Stundung von Zins- und Tilgungsverpflichtungen beantragen."

Drum prüfe, wer sich hoch verschuldet

Bei einer solchen Stundung aber laufen weitere Zinsen auf. Und das will Thorsten auf keinen Fall, denn sein Schuldenberg soll nicht noch größer werden.

Trotz Verschuldungsgefahr können Studienkredite auch sinnvoll sein, "beispielsweise für eine größere Anschaffung wie ein Laptop, für ein Auslandssemester oder in der Examensphase", sagte Meyer auf der Heyde.

Er rät, dass der erste Weg zum Studentenwerk führen sollte, um dort abklären zu lassen, ob ein Anspruch auf Bafög besteht. Wenn es dann doch unbedingt ein Kredit sein muss, solle sich jeder Interessent in der Bank die Gesamtrückzahlungssumme berechnen lassen, inklusive Zinsen und einem konkreten Tilgungsplan.

Auch die Banken raten dazu, vorsichtig mit ihren Produkten umzugehen. "Die Studenten sollten sich vor der Kreditbeantragung genau durchrechnen, wie hoch ihr Finanzierungsbedarf ist und auch nur diesen beantragen", sagte Frauke Plaß von der DKB. Sonst könne eine "beachtliche Darlehensschuld entstehen", sagt Jana Hentschel-Giesa von der KfW. Der Tipp kommt für Thorsten allerdings drei Jahre und 20.000 Euro zu spät.

 

Orginal: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,712997,00.html

 
Fuldaer AStA zu Gast bei der Mitgliederversammlung des fzs e.V. PDF Drucken E-Mail

fzs_logoDer freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) ist der überparteiliche Dachverband von Studierendenvertretungen in Deutschland. Mit rund 80 Mitgliedshochschulen vertritt der fzs rund eine Million Studierende in Deutschland. Der fzs vertritt bundesweit die sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Interessen von Studierenden gegenüber Hochschulen, Politik und Öffentlichkeit.

Vom 06.-08.08.2010 fand auf dem Campus der Universität zu Köln mit Unterstützung des AStA der Uni zu Köln die 39. Mitgliederversammlung des fzs statt. Die Mitgliederversammlung (MV) ist das wichtigste Organ des fzs. Sie tritt einmal pro Semester für drei Tage zusammen und fällt die wichtigsten Entscheidungen des Verbandes - in inhaltlicher, struktureller und finanzieller Sicht. Darüber hinaus dient sie als Forum für einen hochschulpolitischen Austausch. Im Rahmen einer MV finden häufig weitere Veranstaltungen auch anderer Organisationen statt. Insofern stellt die MV das größte regelmäßige Treffen studentischer VertreterInnen in Deutschland dar.

Zu Punkten die an diesem Wochenende besprochen wurden gehört u.a. das Arbeitsprogramm des Vereins. Das Arbeitsprogramm ist die Grundlage der Arbeit des fzs und seiner Gremien. Es legt die Ausrichtung der Vereinsarbeit für das kommende Jahr fest. Ausserdem wurden alle Gremien, Ausschüsse und der Vorstand neu besetzt.

Wir haben uns gefreut auch als Nichtmitglied an dieser Veranstaltung teilnehmen zu dürfen. Viele neue Menschen kennen zu lernen und durch diese neue Ideen mitzunehmen. Ideen, von denen hoffentlich auch die Studierenden und die Gremienarbeit an dieser Hochschule profitieren.

Janine Zeidler und Dustin Frisch

 

 
AStA-Team braucht Verstärkung! PDF Drucken E-Mail

Wir suchen im kommenden Semester Studierenden für die folgenden Referate:

  • Referat für Kulturasta-logo-transparent_neu
  • Referat für Antifaschismus/Antirassismus
  • Referat für Gremienkoordination
  • Referat für Öffentlichkeit
  • Referat für Gleichstellung
  • Referat für SchwuLesBi
  • Referat für Gesundheit und Bewegung
  • Referat für Kultur

Die Referate für Hochschulpolitik, EDV und Umwelt und Mobilität suchen Verstärkung und die Amtszeiten der Vorsitzenden enden im November. Wir brauchen dich!

Du hast Spaß am Organisieren, setzt dich gerne für etwas ein, lernst gerne neue Leute kennen? Hattest schon immer eine Idee im Hinterkopf und willst sie umsetzen? Der AStA ist genau der richtige Ort dafür.

Also, wenn du euch für Etwas interessiert, Ideen oder Fragen hast, melde dich bei uns. Komm vorbei oder schreib eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. !

 

 
Deutsches Studentenwerk zu den neuen BAföG-Zahlen: „Wir müssen noch mehr tun“ PDF Drucken E-Mail
dsw_logoWiesbaden/Berlin, 14. Juli 2010. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben im Jahr 2009 haben mehr Studierende BAföG erhalten, und die Geförderten erhielten im Durchschnitt mehr Geld. „Die BAföG-Erhöhung von 2008 greift, aber weniger als erhofft", erklärt Prof. Dr. Rolf Dobischat, der Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW). „Deshalb das darf für Bund und Länder jetzt kein Freibrief fürs Nichtstun sein", mahnt Dobischat, „es besteht dringender Handlungsbedarf."

Er sagt: „Wir müssen beim BAföG noch mehr tun. Die Freibeträge müssen weiter erhöht werden, damit noch mehr Studierende BAföG erhalten, und die laufende 23. BAföG-Novelle muss trotz allem zu diesem Wintersemester auf den Weg gebracht werden."

Im Jahr 2009 erhielten laut Statistischem Bundesamt 550.000 der rund zwei Millionen Studierenden BAföG, gegenüber dem Jahr 2008 sind das 40.000 Studierende mehr. Im Durchschnitt erhielten sie monatlich 434 Euro. Dies sind 36 Euro mehr als im Jahr 2008. Insgesamt haben Bund und Länder 2009 für das Studierenden-BAföG 1,876 Milliarden ausgegeben, das sind im Vergleich zum Vorjahr 285 Millionen Euro mehr.

„Der höhere finanzielle Aufwand für das BAföG darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bund und Länder das BAföG konsequent weiterentwickeln und erhöhen müssen", kommentiert Dobischat die Zahlen. „Die Bundesregierung hat bei der BAföG-Erhöhung 2008 als Ziel genannt, dass 100.000 Studierende zusätzlich BAföG erhalten sollen. Von dieser Marke sind wir noch entfernt", sagt Dobischat und fordert: „Die Freibeträge aufs Elterneinkommen müssen weiter erhöht werden."

Am vergangenen Freitag hatten die Länder im Bundesrat der vom Bundestag bereits verabschiedeten 23. BAföG-Novelle nicht zugestimmt, sondern den Vermittlungsaus schuss angerufen. Dieser wird am 14. September beraten. Das Ergebnis ist völlig offen.

Mit der 23. BAföG-Novelle sollen die Bedarfssätze um 2%, die Elternfrei beträge um 3% angehoben werden; die Altersgrenze für Master-Studierende soll auf 35 Jahre angehoben werden. Dobischat kritisiert: „Studierende über 30, die ein Master-Studium beginnen wollen, wissen derzeit nicht, ob sie dafür BAföG erhalten können."

Dobischat ist enttäuscht, dass Bund und Länder sich am Freitag zwar auf das nationale Stipendienprogramm, nicht aber auf die BAföG-Novelle einigen konnten.

Er klagt: „Beim nationalen Stipendienprogramm war der Bund bereit, die Länder zu entlasten - und schon war das Programm beschlossen. Dabei ist das Stipendien programm keine Ansage an Studienberechtigte aus einkommensschwächeren und bildungsfernen Familien. Beim BAföG setzten die Länder auf den selben Mechanismus - der Bund spielte aber nicht mit, und nun müssen die Studierenden auf ein höheres und Bologna-kompatibleres BAföG weiter warten."


Die amtlichen BAföG-Daten von 2001 bis 2009 im Überblick:
http://www.studentenwerke.de/pdf/DSW_Tabelle_BAfoeG-Daten_2001-2009.pdf


Diese Pressemitteilung im Internet:
http://www.studentenwerke.de/presse/2010/140710.pdf
 
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Lebenslauf, Publikationsliste, Projektverzeichnis und Motivationsschreiben an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. Die Bewerbung ist verbindlich. Bewerbungsschluss ist der 31. August 2010. Stornierungen sind schriftlich abzugeben und es fällt eine Stornierungsgebühr von 120 Euro an.
Kosten des einmaligen Pilot-Seminars
970 Euro (inkl. MwSt.) einschließlich Seminar pauschale, ganztägige Verpflegung und Getränke, Seminardinner und umfangreiche Seminarmaterialien. Die Reise- und Übernachtungskosten sind nicht enthalten.

 

Weitere Informationen zum Seminarablauf, der RWTH Aachen und weiteren Hintergründen unter kisswin.de


 
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