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festival contre le racisme - Veranstaltungen in Fulda im Juni 2014 PDF Drucken E-Mail

Festival contre le racisme 2014 in Fulda

Im Juni 2014 findet in Deutschland an verschiedenen Universitäten und Hochschulen zum elften Mal das „festival contre le racisme“ statt und bietet bundesweit den Studierenden eine Plattform, sich mit  gesellschaftspolitischen Fragen und Problemfeldern zu beschäftigen.  Dieses, ursprünglich durch den französischen Dachverband der Studierenden  UNEF initiierte, Festival findet dieses Jahr in Frankreich zum 19. Mal statt.

Rassismus beruht auf dem Gedanken, dass Menschen auf Grund von tatsächlichen oder zugeschriebenen Unterschieden in Bezug auf (vermeintliche) Herkunft, Zugehörigkeit, Sprache oder ähnliches in Gruppen eingeteilt werden. Die, die dazu gehören ("wir"), und die, die nicht dazu gehören ("ihr"). Dass daraus eine Ungleichwertigkeit entsteht, ist ein zentrales Element des Rassismus. (www.ida-nrw.de) Aber wir wollen nicht bei diesem Punkt stehen bleiben.

Sich selbst zu hinterfragen und einen selbstkritischen Blick auf die eigene Position und seine eigenen Privilegien zu entwickeln, ist (für weiße) ein schwieriger, aber notwendiger Prozess, um einen  (selbst-)kritischen Blick auf die bestehenden Verhältnisse zu entwickeln und die vielfältigen   Diskriminierungsformen offen zu legen:  "Denn rassistische Tendenzen hat fast jeder, man 'wird' nicht zum Rassist, sondern man arbeitet eher hart daran, keiner [sic!] mehr zu sein. Wer am wenigsten darüber nachdenkt ist daher leider oft auch am infiziertesten weil das, was er oder sie  früher darüber gelernt hat,   noch unreflektiert in der Vorstellung 'herumschwimmt'." (Zitat: www.derbraunemob.de).

Wir möchten mit der Ausrichtung des "festival contre le racisme"  die Thematisierung rassistischer   Normalzustände in Fulda weiterführen. Der Begriff Rassismus wird leider oft allgemein zur Beschreibung  vielschichtiger gesellschaftlicher, diskriminierender Phänome verwendet. Der Kurzschluss "alles sei rassistisch" liegt nahe, jedoch ist es hier angebracht, zu differenzieren. Es besteht somit die Gefahr, dass das Anliegen einzelner Gruppen in der Verallgemeinerung verschwindet. Rassismus beschreibt das Macht- und Privilegiengefälle zwischen Schwarzen und weißen im Alltag. Egal ob bewusst oder unbewusst werden Rassismen (re-)produziert. Rassismus gibt es eben nicht nur in der extremen Rechten, sondern entsteht gerade in der "Mitte der Gesellschaft". Wir - als größtenteils weiße Student*innen - müssen uns als Teil dieser sehen, weshalb die selbstkritische Analyse unserer eigenen Strukturen wichtig ist.

Struktureller Rassismus ist in vielen gesellschaftlichen Machtverhältnissen verankert: Zum Beispiel, wenn Schwarze Student*innen keine Wohnung bekommen, wenn sie bei der Bildung von studentischen Projekt- und Gruppenarbeiten ausgeschlossen werden und wenn People of colour (POC) der Eintritt in Diskotheken verwehrt wird.

Dies sind alles Phänomene, die auch in Fulda zu beobachten sind: Wir möchten mit der Veranstaltungsreihe darauf aufmerksam und Rassismus kenntlich machen. Diese Auseinandersetzung sehen wir als Prozess und wir möchten zu einer Analyse der  gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnisse anregen.

Im  Rahmen des Festivals möchten wir in Form von verschiedenen Veranstaltungen diese Probleme thematisieren! Wir möchten mit diesen Beiträgen das Thema Rassismus auch nach dem Aktionszeitraum in den Fokus stellen und freuen uns natürlich, wenn du dich bei Interesse mit weiteren Ideen, Vorschlägen und auch Kritik an dieser Diskussion beteiligen möchtest!


-- Veranstaltungen 2014 folgen in Kürze --



Festival contre le Racisme 2013 in Fulda


Im Juni 2013 findet in Deutschland an verschiedenen Universitäten und Hochschulen zum zehnten Mal das „festival contre le racisme“ statt und bietet bundesweit den Studierenden eine Plattform, sich mit gesellschaftspolitischen Fragen und Problemfeldern zu beschäftigen. Dieses ursprünglich durch den französischen Dachverband der Studierenden UNEF initiierte Festival, findet dieses Jahr in Frankreich zum 18. Mal statt.

Dass Rassismus alltäglich ist, wurde in Fulda vielen Weißen erst wirklich bewusst, als Noah Sow im Oktober 2011 die geplante Lesung aus ihrem Buch „Deutschland Schwarz Weiß“ an der Hochschule Fulda aufgrund kolonialromantisierender Dekoration (www.noahsow.de) verließ. Die Empörung war groß, aber notwendig und eine Auseinandersetzung mit rassistischen Strukturen begann. Wir möchten mit der Ausrichtung dieses Festivals die Thematisierung rassistischer Normalzustände weiterführen, aber auch andere, ebenfalls in der Gesellschaft verankerte Diskriminierungsformen wie Sexismus oder Antisemitismus mit einbeziehen.

Rassismus beruht auf dem Gedanken, dass Menschen auf Grund von tatsächlichen oder zugeschriebenen Unterschieden in Bezug auf (vermeintliche) Herkunft, Zugehörigkeit, Sprache oder ähnliches in Gruppen eingeteilt werden. Die, die dazu gehören ("wir"), und die, die nicht dazu gehören ("ihr"). Dass daraus eine Ungleichwertigkeit entsteht, ist ein zentrales Element des Rassismus. Aber wir wollen nicht bei diesem Punkt stehen bleiben. Schon das Kategorisieren an sich ist ein rassistischer Akt, der nur durch die Definitionsmacht Weißer konstruiert, also erfunden wird.

Struktureller Rassismus ist in vielen gesellschaftlichen Machtverhältnissen verankert: Zum Beispiel, wenn Schwarze Studierende keine Wohnung bekommen, der Ausschluss bei der Bildung von studentischen Projekt- und Gruppenarbeiten und wenn People of colour (POC) bei Security-Kontrollen auf Partys genauer kontrolliert werden. Wobei die Begriffe Schwarz bzw. POC hier keine Farbe beschreiben, sondern eine politische Kategorie, die sich auf gemeinsame, rassistische Diskriminierungserfahrungen bezieht.

Sich selbst zu hinterfragen und einen selbstkritischen Blick auf die eigene Position und seine eigenen Privilegien zu entwickeln, ist (für Weiße) ein schwieriger, aber notwendiger Prozess, um einen (selbst-)kritischen Blick auf die bestehenden Verhältnisse zu entwickeln und die vielfältigen Diskriminierungsformen offen zu legen: "Denn rassistische Tendenzen hat fast jeder, man "wird" nicht zum Rassist, sondern man arbeitet eher hart daran, keiner mehr zu sein. Wer am wenigsten darüber nachdenkt ist daher leider oft auch am infiziertesten weil das, was er oder sie früher darüber gelernt hat, noch unreflektiert in der Vorstellung "herumschwimmt". (Zitat: www.derbraunemob.de).

Im Rahmen des Festivals möchten wir in Form von verschiedenen Veranstaltungen auf dem Campus und in der Stadt diese Probleme thematisieren! Wir möchten mit diesen Beiträgen das Thema Rassismus auch nach dem Aktionszeitraum in den Fokus stellen und freuen uns natürlich, wenn du dich bei Interesse mit weiteren Ideen, Vorschlägen und auch Kritik an dieser Diskussion beteiligen möchtest!


Veranstaltungsübersicht  -- Achtet auch weitere Ankündigungen und Informationen --


Datum

Ort

Referent*in

Veranstaltungsthema

03.06.-14.06.2013

Cafe Chaos

Ausstellung

Codes und Zeichen der extremen Rechten

06.06.2013

um 21:00 Uhr

Kino 35

Timo Kiesel

Film: White Charity

9.6.2013

17:30 Uhr Einlass

19:00 Uhr Beginn

Cafe Chaos


Film: Leben jüdischer Jugendlicher in Deutschland

10.06.2013

19:00 Uhr

Cafe Chaos

Dr. Imhof

Emanzipation der Juden und Jüdinnen in Fulda und Umgebung im 19. Jahrhundert

15.6.2013

um 13:00 Uhr

Stadt, Treffen am Bahnhofsvorplatz

Dr. Imhof

Stadtrundgang: Jüdische Geschichte in Fulda

19.06.2013

um 19:00 Uhr

Red Corridor Gallery

Nicol Ljubic & Blonzen

Buchvorstellung: „Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit“

18.6.2013

um 19:00 Uhr

Cafe Chaos

Prof. Dr. Gudrun Hentges (HS Fulda)

Einführung in die Rassismustheorie

20.06.2013

um 15:00 Uhr

P 218 (Gebäude P der Hochschule Fulda)


Adetoun Kueeppers-Adebisi

(Afrotak TV cyberNomads)

Vortrag

...

Hochschule Fulda

Pasquale Virginie Rotter (Koop. mit dem Projekt "with wings and roots")

Workshop mit "schwerpunkt auf rassismuserfahrungen von menschen of color und das hinterfragen eigener privilegien (diesbezüglich) einer weißen gesellschaftlichen position"

21.06.2013

AStA

Alle

Evaluation / Nachbereitung des Festivals


Den bundesweiten Aufruf findet ihr hier: www.contre-le-racisme.de.